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Geschichte

Der große Hügel nördlich und östlich des Santuario de Chimayó wurde von den Pueblo-Indianern der Gegend bei der Ankunft der Spanier im Jahr 1598 „Tsimayo“ genannt. Die Indianer hielten den Hügel für heilig und die Erde um ihn herum für heilend. 1695 begannen spanische Siedler, kleine Siedlungen oder „Placitas“ um den Hügel herum zu errichten, und das Gebiet wurde als „Chimayó“ bekannt.

Ein Gegenstück und Vorläufer des Santuario de Nuestro Señor Esquipulas in Chimayó befindet sich in Esquipulas, Guatemala. Hier christianisierten die spanischen Franziskaner 1578 die Maya-Indianer mit einem Kruzifix, das einen dunkelhäutigen Jesus an einem Kreuz aus grünem Holz des Maya-Lebensbaums zeigte. Dem Kruzifix wurden Heilkräfte zugeschrieben, die ursprünglich den heißen Quellen und der Erde der Gegend zugeschrieben wurden. Dasselbe galt für Chimayó, wo die Indianer an die heilende Kraft der Erde glaubten und auch das Kruzifix des Señor de Esquipulas mit Heilung in Verbindung brachten.

Es lebte einst ein Mann namens Bernardo Abeyta in einem Dorf namens El Potrero, benannt nach den saftig grünen Weiden am Fuße des großen Hügels Tsimayo. Bernardo war ein frommes Mitglied der Bußbruderschaft „Gesellschaft Unseres Vaters Jesus von Nazareth“. In einer Fastennacht des Jahres 1810 hielt er Buße auf einem Hügel mit Blick auf seine Felder und sah ein Licht aus dem Boden am Flussufer aufsteigen. Als er der Sache nachging, grub er ein Kruzifix aus. Dieses wurde als der Christus von Esquipulas identifiziert, da es dieselben Attribute wie der tatsächliche Christus von Esquipulas in Guatemala aufwies. An beiden Orten wurden sowohl der Erde als auch der Ikone heilende Kräfte zugeschrieben. Er rief seine Nachbarn herbei, um ihnen seinen Fund zu zeigen, und wurde ermutigt, einen Unterstand zum Schutz des Fundortes zu errichten. Kurz darauf schrieb er zusammen mit seinen Nachbarn einen Brief an Pater Sebastian Alvarez in Santa Cruz de La Cañada und bat um Erlaubnis, an der Stelle des Fundorts des Kruzifixes eine Kirche zu errichten. Der Antrag musste an den Bischof in Durango, Mexiko, weitergeleitet werden, und Anfang 1814 wurde die Genehmigung erteilt. Die große Lehmziegelkirche wurde 1816 fertiggestellt.

Bernardo Abeyta beauftragte Santeros (Künstler, die religiöse Ikonen schnitzten oder malten) aus den umliegenden Gemeinden mit der Anfertigung von Altaraufsätzen mit Retabeln (auf Holztafeln gemalten Bildern) verschiedener Schutzheiliger, zu denen die Gemeinde um Fürsprache für ihre Anliegen betete. Die fünf erhaltenen Altaraufsätze sind die Originale aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und spiegeln eine traditionelle spanisch-koloniale religiöse Volkskunst wider, die für diese Region im nördlichen New Mexico und südlichen Colorado einzigartig ist. Einige der heute in der Kapelle befindlichen Holzschnitzikonen wurden von zeitgenössischen Santeros angefertigt, die dieser traditionellen Kunstform folgen.

Die Kapelle Unseres Herrn von Esquipulas befand sich bis 1929 im Privatbesitz der Familie von Bernardo Abeyta. In diesem Jahr kaufte eine Gruppe von Denkmalschützern aus Santa Fe die Kapelle samt Inventar von der Familie und schenkte sie dem Erzbistum Santa Fe. 1930 wurde das Gebäude mit einem von Architekt John Gaw Meem entworfenen Wellblechdach versehen.

1959 wurde Pater Casimiro Roca als erster Priester mit der Leitung der Santuario-Kapelle betraut. Pater Roca stammte aus Barcelona, Spanien, und gehörte dem Orden der Söhne der Heiligen Familie an. Er restaurierte das Santuario und sorgte dafür, dass dort häufiger Messen gefeiert werden konnten. Pater Rocas Lieblingsmahnung an die Pilger lautete: „Nicht der Schmutz heilt, sondern der Glaube.“

1970 schlug Pater Roca das Santuario de Chimayó für die Aufnahme in das Nationale Historische Register vor. Vierzig Jahre lang hieß er Pilger im Santuario willkommen und ermutigte sie dazu. Die Bedeutung des Santuario als Wallfahrtsort beruht auf Synkretismus, also dem Zusammentreffen zweier Glaubenssysteme, die dasselbe Ideal verkünden. Heute ist das Santuario ein international bekannter Wallfahrtsort und der bedeutendste Wallfahrtsort in den Vereinigten Staaten.

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